"Wo lauft ihr denn überall lang?" - Pokémon City-Marathon 2013

Ole
Written By OleJan 6, 2014

Pokémon-Marathons haben weder eine feste Länge noch eine vorgegebene Strecke. Mit sportlicher Betätigung haben sie ebenfalls wenig zu tun, auch wenn so ein Marathon trotzdem recht anstrengend sein kann.

Das Original der City-Marathons kommt aus den USA, wo man fünf bis sieben oder noch mehr Turniere an aufeinanderfolgenden Tagen spielen kann. Das alles findet außerdem in einer bestimmten Region statt, sodass die Wege zwischen den Turnierorten machbar bleiben. Der erste kleine City-Marathon in Deutschland fand am Wochenende nach Weihnachten in Nordrhein-Westfalen statt. Von Dortmund über Düsseldorf nach Bochum sind es sicherlich mehr als 40 Kilometer, aber es erwartet auch niemand, dass man diese Strecke zu Fuß bewältigt. Stattdessen geht es um möglichst viele Spiele Pokémon!

Inhalt

Genesect-EX/Virizion-EX + Garbodor

Finn hatte ein ähnliches Deck bei den Regionals in Berlin gespielt und mich dazu inspiriert, es selbst zu bauen. Ich hatte mir zwar das Video vom Finale in Berlin angeschaut und auch kommentiert, aber die Liste habe ich erstmal unabhängig davon gebaut. Seitdem habe ich mir das Video auch kein zweites Mal angesehen. Ich wollte auf eigenem Weg zu einer guten Version dieses Decks kommen. Meine erste Liste, die im Laufe des Wochenendes verändert wurde, sah folgendermaßen aus:

Pokémon (14):
3 Virizion-EX PLB
2 Genesect-EX PLB
2 Mewtwo-EX NXD
2 Garbodor DRX
2 Trubbish DRX
1 Mr. Mime PLF
1 Bouffalant DRX
1 Munna BCR

Trainer (32):
4 Professor Juniper
4 N
4 Skyla
2 Colress
1 Shadow Triad
2 Tropical Beach
1 G Booster
3 Float Stone
3 Ultra Ball
1 Level Ball
3 Energy Switch
1 Tool Scrapper
1 Max Potion
1 Town Map
1 Super Rod

Energien (14):
10 Grass Energy
3 Double Colorless Energy
1 Plasma Energy

City Championships Dortmund, 28.12.2013

Tag 1 des City-Marathons. Ich hatte die gesamte Nacht überhaupt nicht geschlafen und war dementsprechend gut drauf. Mein Deck für Dortmund bestand aus Genesect-EX, Virizion-EX, Mewtwo-EX und Garbodor. Zusätzlich spielte ich Bouffalant als Non-EX-Attacker und Munna, welches mir einen Vorteil in Darkrai-Matches verschaffen sollte.

Zuerst spielte ich gegen Darkrai/Hydreigon. Ich wusste, dass mein Gegner Spiritomb im Deck hat, um G Booster zu verhindern. Mit Garbodor war das aber kein Problem. Problematisch wurde das Spiel nur, weil die Zeit etwas knapp wurde. Akcan warf drei Runden lang Kopf mit Deinos Deep Growl und paralysierte mich. Als ich wieder angreifen konnte, musste ich mich sehr beeilen, um in der Zeit noch zu gewinnen.

Lydia und ihr Rayboar waren mein nächster Gegner. Das Rayboar-Matchup ist vor allem wegen Reshiram schlecht für Genesect, doch dieses Spiel hätte ich gewinnen müssen. In einer Runde war Lydias Bank voll, überall lagen Energien, jedoch war kein Reshiram im Spiel. Im Zug zuvor hatte sie mein Tool an Garbodor abgelegt. Ich hätte G Booster an Garbodor anlegen können, um den Lock wieder aufzubauen, entschied mich jedoch dagegen, da Lydia ohnehin kein Pokémon im Spiel hatte, was aufgebaut werden müsste. Somit konnte ich eine weitere Runde abwarten, dachte ich. Jedoch besiegte ich im gleichen Zug ein Pokémon und plötzlich war Platz für Reshiram, welches Lydia aus den Preisen gezogen hatte. Nun saß es dort mit drei Energien und entschied das Spiel.

Danach weiß ich die Reihenfolge meiner Spiele nicht mehr genau. Ich verlor ein Spiel gegen Plasma vor allem wegen Hypnotoxic Laser, der mich drei Runden lang schlafen ließ. Munna hatte hier einmal die Chance, sinnvoll zu sein, doch meine Gegnerin warf Kopf, nachdem ich ihr Thundurus-EX hypnotisiert hatte. Die übrigen Spiele gewann ich und war mit 4-2-0 am Ende der unglückliche Neunte bei Top 8.

Ich hatte somit Zeit für die League Challenge, die an diesem Tag ebenfalls stattfand. Ich spielte weiter Genesect, jedoch ohne Bouffalant und Munna, dafür mit Regigigas-EX und einem weiteren Tool Scrapper. Ich wollte öfter die Chance haben, meine eigenen Abilities an- und auszuschalten. Das erste Spiel gegen Merlins Gothitelle / Accelgor wurde wegen eigener Dummheit nur ein Unentschieden. Ich hatte vergessen, dass Mew-EX auch mein X-Ball kopieren kann. Danach lief es insgesamt deutlich besser. Ich wurde Vierter und sammelte immerhin 10 Championship Points.

Gemeinsam mit Niklas und David fuhr ich nun Richtung Köln, wo wir übernachteten, um am nächsten Tag nach Düsseldorf weiterzufahren. Ich änderte mein Deck im Vergleich zur League Challenge nur noch um eine Karte: ein Tropical Beach wich einem zusätzlichen Shadow Triad.

City Championships Düsseldorf, 29.12.2013

1. Runde gegen Lydia H (Rayquaza-EX/Emboar) – 0:0:1
Wie bereits in Dortmund ging es wieder früh im Turnier gegen Rayboar. Diesmal wusste ich, dass Lydia nur einen Tool Scrapper spielt, doch dieses Wissen half mir nur wenig weiter. Regigigas-EX konnte zwar einigen Schaden abfangen und einige Preise retten, aber das gesamte Spiel drehen konnte es nicht. Ich hatte am Ende des Spiels noch fünf Preise, während Lydia nur einen übrig hatte. Das Timeout wurde ausgerufen und für mich ging es nur noch ums Unentschieden, weshalb ich mit Plasma-Energie an Genesect-EX Lydias Emboar nach vorn zog und N spielte. Lydia zog keine hilfreichen Karten nach – das Spiel endete somit unentschieden.

2. Runde gegen Karl-Heinz S (Tool Drop) - 1:0:1
Mit Mewtwo-EX ist Tool Drop ein recht einfaches Matchup, solange man aufpasst, dass man keinen schlechten Abtausch macht. Mein Gegner baute sich jedoch recht langsam auf und ich störte ihn mit Mewtwo-EX, welches jeweils die Trubbish mit Energien besiegte. Genesect-EXs Ability half mir dabei. Irgendwann brauchte ich Garbodor gegen Sigilyph, als dann doch einige Trubbish angriffsbereit waren. Trotzdem war der Sieg kaum gefährdet, lediglich mit der Zeit wurde es am Ende etwas knapp.

3. Runde gegen David H (Blastoise/Keldeo-EX/Genesect-EX) – 2:0:1
David schimpfte bereits über sein Pech mit den Pairings, obwohl ich das Matchup überhaupt nicht für einen Autowin hielt. Allerdings hatte ich einen guten Start und David einen weniger guten, weshalb er nach wenigen Zügen aufgab.

4. Runde gegen Niklas L (Blastoise/Keldeo-EX/Genesect-EX) – 2:1:1
Da nur Niklas und ich jeweils 2:0:1 standen, mussten wir gegeneinander spielen. Wie gesagt, das Matchup ist für mich längst kein Autowin. Tool Scrapper kann einiges rausreißen. Das tat er auch, doch ich hätte trotzdem gewinnen müssen. Es lief auf einen Mewtwo-War hinaus, in dem mir letztendlich eine Energie fehlte. Um das zu vermeiden, hätte ich bereits viel früher mit Genesect-EX ein Mewtwo-EX ansnipen müssen. Dazu hatte ich mindestens einmal die Gelegenheit. Im Mewtwo-War rächt sich sowas bekanntlich schnell, weshalb ich dann eben verlor.

5. Runde gegen André Z (Palkia-EX/Snorlax) – 3:1:1
André hatte eine coole Idee für sein Deck. Das eher mittelmäßig wirkende Palkia-EX funktionierte als Hit-and-Run-Pokémon mit Snorlax und einigen anderen Pokémon ziemlich gut. Allerdings hatte mein Gegner einen sehr langsamen Start und musste außerdem Spiritomb opfern, um ins Spiel zu kommen. Somit konnte ich auch G Booster benutzen. Die Abilities von Suicune, Latias-EX und co. wären dank Garbodor ohnehin weniger ein Problem. Trotzdem halte ich diese Deck-Idee für vielversprechend.

6. Runde gegen Mees B (Team Plasma + Snorlax) – 3:2:1
Einen Sieg brauchte ich noch und nun ging es gegen Mees. Ich hätte mir zugegebenermaßen einen anderen Gegner gewünscht. Am Gegner lag es aber nicht, dass ich dieses Spiel verlor. Meine Starthand bestand aus Mr. Mime, Trubbish, Super Rod, Level Ball und Energien und ich zog nur Energien nach. So konnte das natürlich nichts werden.

Ich wurde 13. und auch Niklas und David scheiterten knapp als Elfter und Zwölfter. Ein Genesect-Deck mit Abomasnow – ein Stage 1, welches als Wasser-Pokémon Pflanzen-Energien braucht, gewann das Turnier. Für den „Bad Deck Monday“ in Bochum nahmen Niklas und David sich vor, Dragonite zu spielen. Ich blieb bei Genesect, diesmal unverändert.

City Championships Bochum, 30.12.2013

1. Runde gegen Matthias L (Empoleon/Dusknoir) – 1:0:0
Gegen Empoleon / Dusknoir ist es wichtig, den Schaden auf der eigenen Seite gering zu halten. Man benötigt Garbodor, um Empoleons und vor allem Dusknoirs Ability zu blocken. Jedoch sollten auch im Ability-Lock nicht mehr als 90 Schaden im Spiel sein, um zu verhindern, dass Garbodor nach einem Tool Scrapper durch Dusknoir besiegt wird.
Wir hatten beide zwei Mewtwo-EX im Deck und bauten diese auf unserer Bank auf. Ich hatte mit Genesect-EX jedoch den stärkeren zweiten Angreifer. Ohne seine Abilities zog Matthias irgendwann nicht mehr die Karten, die er brauchte und noch dazu waren einige Sachen in seinen Preisen. Ich gewann das Spiel letztendlich recht knapp.

2. Runde gegen Karl-Heinz S (Tool Drop) – 2:0:0
Bereits in Düsseldorf hatte ich gegen Tool Drop gespielt. Für das Turnier heute hatte mein Gegner sein Deck verbessert und Exp.Share hinzugefügt. Diese fehlten ihm am Sonntag, um meinem Mewtwo etwas entgegenzusetzen.
Diesmal hatte ich kein frühes Mewtwo-EX, dafür jedoch recht früh Garbodor. Bevor ich ein Tool angelegt hatte, konnte ich mithilfe meiner Plasma-Energie zwei Trubbish gleichzeitig mit Genesect besiegen. Eines von ihnen hatte bereits Schaden wegen Emerald Slash erhalten. Mit Tool Scrapper beseitigte ich die Exp.Shares an Trubbish. Mein Gegner setzte daraufhin auch auf Sigilyph als Angreifer, fand jedoch nicht mehr ins Spiel zurück.

3. Runde gegen Eileen K (Team Plasma) – 3:0:0
Plasma war an diesem Wochenende nicht mein Lieblings-Matchup. Gegen Eileen hatte ich am Samstag noch verloren. Diesmal lief es besser für mich: Garbodor und Virizion-EX sorgten mit ihren Abilities für Verwirrung bei meiner Gegnerin, die ihre Hypnotoxic Laser möglichst optimal spielen wollte. Einmal gelang ihr das nicht, sodass eines meiner Genesect-EX einen Angriff von Kyurem überlebte. Garbodor ist einerseits hilfreich gegen Deoxys-EX, schadet mir andererseits auch wegen Hypnotoxic Laser. Die meiste Zeit des Spiels saß es ohne Tool auf der Bank und ließ Mr. Mime und Virizion-EX aktiv bleiben. Am Ende gewann ich das Spiel sehr knapp.

4. Runde gegen David H (Dragonite/Garbodor) – 4:0:0
Da mich weder Ability- noch Item-Lock sonderlich stören wurde dieses Spiel einfach. Ich entsorgte früh einen störenden Rock Guard an Dratini und hatte danach keine Mühe mehr, mit Mewtwo-EX und co. aufzuräumen. Ohne eigenes Mewtwo-EX konnte David nichts entgegensetzen.

5. Runde gegen David K (Genesect-EX/Virizion-EX) – 5:0:0
Dieses Spiel war früher vorbei als gedacht, da mein Gegner zwei Supporter in einer Runde spielte und dafür ein Game Loss erhielt. Für den Colress hatte er seine Hand bereits ins Deck getan. Meiner Meinung nach eine sehr harte Strafe, was ich noch am Tisch gegenüber dem Judge anmerkte. Es blieb jedoch dabei. Vor dem Spiel hatte ich meinem Gegner ein Unentschieden angeboten, welches beiden gereicht hätte. So war David definitiv nicht in den Tops.

Top 4 gegen Marcos M (Darkrai-EX/Hydreigon) – 5:1:0
Die zwei Spiele wurden sehr einseitig. Als ich im ersten Spiel mit Town Map meine Preise aufdeckte, sah ich das Unheil, welches ich bereits beim Durchsuchen des Decks bemerkt hatte. Genesect-EX, G Booster, Super Rod und Float Stone waren in den Preisen. Ich durfte einmal einen Preis ziehen und konnte mich kaum entscheiden. Mit zwei Tool Scrappern und Silver Bangle für Hydreigon hatte Marcos es leicht gegen mein Deck. Auch im zweiten Spiel hatte ich ein bisschen Pech mit den Preisen, wo wiederum ein Genesect-EX lag. Doch vor allem zog ich nicht gut. Als ich mit einer Super Rod drei Energien ins Deck zurückmischte (im Deck waren keine mehr), zog ich drei Züge hintereinander diese Energien nach, die ich eigentlich mit Virizion-EXs Emerald Slash anlegen wollte. Nach der dritten Energie gab ich auf.

Für diesen dritten Platz kamen nochmal 30 Championship Points hinzu, sodass ich in den drei Tagen immerhin 40 CP gesammelt hatte. Es hätte besser, aber auch schlechter laufen können. Mit meiner Deckwahl bin ich zufrieden. Es gibt zwar viele Decks, doch die meisten sind entweder anspruchslos zu spielen (Blastoise, Rayboar), langweilig (Darkrai) oder wegen einiger extrem schlechter Matchups eher unbrauchbar (Hydreigon, Empoleon). Um Genesect zu spielen muss man auch nicht den Skill mit Löffeln gefressen haben, aber in dieser Variante hat man gegen fast jedes Deck Möglichkeiten, wenn man fehlerfrei spielt und einigermaßen gut zieht. In diesem Format muss man auf alle Fälle sehr viel Zeit investieren, wenn man den Durchblick bekommen möchte. Außerdem sollte man das lokale Metagame sehr genau kennen.