Wie ich den blauen König stürzte - Herbst-Regionals in Speyer

Ole
Written By OleNov 18, 2013

Eine Woche nach dem Regionals-Wochenende in Paris ging es nach Speyer in der Nähe von Mannheim. Alex und ich fuhren ab Hannover gemeinsam mit dem Zug. Insbesondere das zweite Turnier in Frankreich lief überhaupt nicht gut für mich, weshalb ich mir natürlich vorgenommen hatte, diesmal besser abzuschneiden.

Ich erwartete viele Empoleon-Decks, da Empoleon beide Turniere in Paris gewonnen hatte. Allerdings wollte ich nicht selbst Empoleon spielen. Stattdessen vertraute ich auf Darkrai-EX/Hydreigon, was ich zuletzt im März auf der Regional in Leipzig gespielt habe.

Regional Championships Speyer, 16.11.2013

Die Atmosphäre und die Stimmung im Laden in Speyer waren entspannt. Es kamen genau 32 Masters zusammen, sodass der Laden nicht zu voll und gleichzeitig das Turnier nicht zu klein für Top 8 war. Die Top4-Trainer bekamen vor dem Turnier ihre Antrittsprämien. Für mich war es seit den Arena Cups das erste Turnier auf deutschem Boden. Jeder Sieg würde mir ein zusätzliches Booster bringen - wenn ich verliere, bekommt mein Gegner das Booster.

1. Runde gegen Bodo B (Empoleon/Dusknoir + Eeveelutions) - 1:0:0
In der ersten Runde durfte ich gleich gegen das Deck spielen, das ich mir mir so gut zurechtgelegt hatte. Mein Counter gegen Empoleon war Latias-EX, welches nicht von Pokémon mit Abilities angegriffen werden kann. Ich müsste mich dann nur noch auf Techs wie Leafeon oder Landorus-EX konzentrieren.
Mein Plan ging voll auf. Als ich mich aufgebaut hatte suchte ich Latias-EX aus dem Deck und legte es nach vorne. 70 Schaden pro Runde sind nicht viel, reichen aber für einen 2HKO gegen Empoleon. Bodo gab das erste Spiel auf, als es aussichtslos war. Auch im zweiten Spiel konnte ich mich durchsetzen. Am Tisch neben uns hatten Chriso und Alex das gleiche Matchup gespielt. Chriso hatte dank Zekrom im Hydreigon gewonnen - Alex und ich stellten fest, dass es irgendwie zu einfach war, Empoleon zu countern.

2. Runde gegen Michael R (Landorus/Garbodor/Eeveelutions) - 2:0:0
Garbodor kann einem Hydreigon-Deck sehr gefährlich werden. Fast jedes Pokémon hat irgendeine Ability, die wichtig für die Strategie ist. Zu Beginn konnte mein Gegner nicht mehr Schaden als 20 mit Flareon machen, sodass ich mich mit Sableye aufbauen konnte. Mein einziger Tool Scrapper wurde mehr als einmal recycelt - ohne diesen hätte ich wohl keine Chance gehabt. Mithilfe meiner Abilities hatte ich meinen Gegner dann aber gut im Griff. Dusknoir legte die KOs auf Eevee und letztendlich auch Garbodor.
Im zweiten Spiel setzte mein Gegner nicht mehr von Anfang an auf Garbodor und baute stattdessen erstmal seine Attacker auf. Landorus-EX bereitete mir Kopfschmerzen, als es drohte, mit 150 Schaden auf Schwäche sowohl Hydreigon als auch Darkrai-EX zu besiegen. In solchen Matchups ist Dusknoir enorm wichtig, um die gefährlichsten Pokémon des Gegners für den OHKO vorzubereiten. Mein Gegner gab das zweite Spiel auf.

3. Runde gegen Tobias T (Empoleon/Dusknoir + Zebstrika) - 2:0:1
Das Empoleon-Matchup war sicherlich mein bestes an diesem Tag. Tobias spielte allerdings Zebstrika, welches gleich aus mehreren Gründen sehr unangenehm für mich war. Erstens verhinderte es mit Disconnect, dass ich mein Hydreigon mithilfe von Rare Candy ins Spiel bringen konnte. Wenn ich den Weg über Zweilous wählte, drohte der zweite Angriff von Zebstrika sogar den KO auf der Bank. Ich hatte mich für das 80HP-Zweilous entschieden, da sein Angriff mehr Schaden macht. Im Lategame verhinderte Zebstrika außerdem Max Potion.
Im ersten Spiel kam ich mit Zebstrika gut zurecht. Ich musste zwar einen großen Preisrückstand hinnehmen, doch als Zebstrika aus dem Spiel war, bestand keine Gefahr mehr für mein Latias-EX. Tobias gab trotz des großen Vorsprungs auf, weil er die Zeit für das zweite Spiel brauchte.
Da lief für mich nicht viel zusammen. Ich zog zu Beginn richtig schlecht und konnte nicht mehr tun als Energien anzulegen. Im dritten Zug zog ich Deino, welches ich im nächsten Zug ins Spiel bringen konnte. Weiterhin konnte ich nicht viel machen und musste ein Darkrai-EX opfern, um irgendwie im Spiel zu bleiben. Im sechsten oder siebten Zug zog ich eine Juniper, die mich zurück ins Spiel brachte. Ich hatte nun noch die Chance, meinen Vorsprung aus dem ersten Spiel über die Zeit zu retten - eventuell sogar das zweite Spiel zu gewinnen.
Mir fehlte Dusknoir, welches ich nicht mehr ins Spiel bringen konnte. Außerdem störte mich ein Sigilyph auf meiner Bank, welches ich in meiner Bad-Draw-Phase gelegt hatte. Das Sigilyph war das einzige Pokémon, das Tobias am Ende noch besiegen konnte, um seinen letzten Preis zu ziehen. Er hatte Zebstrika, um damit 80 Schaden auf die Bank zu schießen, und Dusknoir, um die fehlenden 10 Schadenspunkte auf Sigilyph zu verschieben. Es wurde tatsächlich noch ein knappes Spiel, doch Tobias schaffte den KO letztendlich doch und glich das Spiel aus. Das dritte Spiel war zu kurz, um einen Sieger zu ermitteln.

4. Runde gegen Mike Z (Team Plasma feat. Lugia-EX) - 3:0:1
Gegen Plasma wollte ich nicht spielen. Es gibt keinen Counter gegen Plasma, der im Hydreigon spielbar ist. Kyurem kann jedes Pokémon im Deck mit Silver Bangle und Deoxys-EX OHKOen.
So weit kam es zu meinem Glück nicht. Im ersten Spiel startete mein Gegner mit Thundurus-EX und baute ein Kyurem auf der Bank auf, bevor er Thundurus-EX eine Energie gab und mit Raiden Knuckle angriff. Ich versuchte, möglichst schnell Energien ins Spiel zu bekommen, um Kyurem jederzeit mit Hydreigon besiegen zu können. Außerdem wollte ich Dusknoir ins Spiel bringen, um die Kontrolle auf seiner Spielfeldseite zu haben.
Das gelang mir gut. Als Kyurem besiegt war, gab es allerdings noch eine Gefahr: Ich wusste, dass mein Gegner Scramble Switch und Lugia-EX spielte. Lugia-EX wäre kein allzu großes Problem gewesen, doch Scramble Switch konnte auch ein Kyurem sofort ins Spiel bringen. Mein Gegner spielte einen Team Plasma Ball und fand damit weder Lugia-EX noch Kyurem. Somit gewann ich die Zeit, die ich brauchte, um Spiel 1 zu gewinnen. Das zweite Spiel ging dann nicht mehr so lange, da mein Gegner irgendwann aufgab. Das Darkrai-Matchup hielt er für eher schlecht - interessant, dass wir uns beide gegenseitig vor unseren Decks fürchten mussten.

5. Runde gegen Charles B (Darkrai-EX/Laser/Hammer) - 4:0:1
Charles war aus dem fernen Manchester zu dieser Regional in Speyer gereist. Vor unserem Match fragte er mich, ob wir uns nicht besser auf ein Unentschieden einigen sollten. "Intentional Draws" sind erlaubt und durchaus erlaubt, doch ich hatte in diesem Moment keine Lust und wollte lieber spielen. Auch mit einer Niederlage sollten wir beide mit großer Sicherheit die Top 8 erreichen.
Hammertime ist immer ein unangenehmer Gegner. Virizion-EX half zumindest gegen die Laser und mein Gegner hatte mit Catcher und Crushing Hammer nicht überdurchschnittlich viel Erfolg. Trotz Virizion-EX schlief ich insgesamt drei Runden und konnte deswegen nicht angreifen. Das Problem hier war, dass Crushing Hammer die Blend Energien wegnahm, die ich brauchte, um Virizions Ability zu aktivieren.
Leider erinnere ich mich kaum an das erste Spiel - ich gewann es wohl vor allem dank Max Potion. Das zweite Spiel hätte ich wohl verloren, da die Crushing Hammer von Charles diesmal gut funktionierten und mich nicht ins Spiel kommen ließen. Allerdings war die Zeit zu knapp für Charles, um sechs Preise zu ziehen. Ich konnte mir nicht anders helfen als Max Potion zu recyceln. Ich entschuldigte mich nach dem Spiel bei meinem Gegner dafür - aber wir wussten beide, dass meine Strategie letztendlich kein anderes Ziel hatte als seine: den Gegner so lange stören, bis ihm die Ressourcen ausgehen. Charles schaffte es als 4. in die Tops, ich war 2. hinter Marc.

Top 8 gegen Kay L (Blastoise) - 5:0:1
In den Tops erwarteten mich die schwersten Matches des Tages. Unentschieden gab es jetzt nicht mehr, dafür wurden statt 50 nun 60 Minuten best-of-three gespielt. Gegen Blastoise habe ich vor allem Sigilyph im Deck, welches meinen Gegner zwingen sollte, mit Blastoise selbst anzugreifen, anstatt Keldeo-EX und Black Kyurem-EX zu benutzen. Dieser Plan ging allerdings nicht ganz auf: Kay hatte Plasma-Kyurem im Deck, welches Sigilyph problemlos besiegen konnte.
Ich legte am Anfang trotzdem erstmal Sigilyph nach vorn. Ein Problem hat Kyurem nämlich doch: Es braucht drei Energien und kann dann kein anderes Pokémon von mir OHKOen. Gegen Darkrai-EX, Hydreigon und co hilft sonst nur Black Kyurem-EX. Sigilyph wurde besiegt und ich versuchte, viel Schaden ins Spiel zu bringen. Ein Hydreigon von mir war in den Preisen und das andere bekam ich nicht ins Spiel, da ich erstmal Dusknoir brauchte. Dusknoir war extrem wichtig in diesem Spiel, da es mir ermöglichte, Blastoise auf der Bank zu besiegen. Kay hatte sich einen großen Preisvorsprung erkämpft und ich musste in einem entscheidenden Zug unbedingt Hydreigon ziehen, um im Spiel zu bleiben. Das gelang mir - Kay hatte zu diesem Zeitpunkt noch zwei Preise. Ich nutzte Sableye um einige Ressourcen zurückzugewinnen. Dann hatte Kay noch einen Preis.
Dusknoir wurde nun mein Matchwinner. Ich hatte bereits Blastoise besiegt und konnte Kay daran hindern, ein weiteres Blastoise ins Spiel zu bekommen. Als Blastoise, alle Squirtles und Kyurem aus dem Spiel waren, legte ich Sigilyph nach vorn, welches ich dank Super Rod zurückbekommen hatte. Kay gab auf und es ging ins zweite Spiel.
Der Sieg war zwar wichtig, doch ich musste das zweite Spiel ebenfalls gewinnen, um weiterzukommen. In den Tops zählt ein Spiel, sobald ein Spieler vier Preise oder mehr gezogen hat. Wer dann im Timeout den Preisvorsprung hat, gewinnt das Spiel. Da Kays Deck normalerweise einen großen Vorsprung aufbaut, bevor ich richtig im Spiel bin, musste ich weiterhin schnell und gleichzeitig konzentriert spielen. In einem eventuellen Sudden Death hätte ich wohl keine Chance gegen Blastoise.
Kay hatte Probleme, Blastoise ins Spiel zu bringen. Das aktive Kyurem verwirrte ich mit Duskulls Confuse Ray. Das brachte mir so viel Zeit, dass ich innerhalb von zwei Zügen erst Hydreigon und dann noch Dusknoir aufbauen konnte. Als ich genug Energien im Spiel hatte begann ich, Druck auf Kays Seite aufzubauen. Kyurem und Black Kyurem-EX blieben allerdings stets gefährlich. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wie das Spiel letztendlich verlief. Kay hatte jedenfalls zwei Blastoise in den Preisen - so ist es natürlich schwer, sich schnell aufzubauen. Ich gewann das Match und zog in die Top 4 ein.

Top 4 gegen Tobias T (Empoleon/Dusknoir + Zebstrika) - 6:0:1
Zebstrika kostete mich diesmal nicht den Sieg. Einmal konnte es zwar ein Zweilous von mir snipen, doch ich hatte die passende Antwort sofort parat und entwickelte das zweite Deino direkt zu Hydreigon. Ich gewann das erste Spiel dank Latias-EX, soweit ich mich erinnere.
Das zweite Spiel war recht kurious. Ich hinderte Tobias mit Deinos "Deep Growl"-Angriff daran, früh mit Zebstrika anzugreifen, da ich zweimal hintereinander ein Duskull paralysierte. Das waren die ersten und einzigen Münzwürfe auf meiner Seite, abgesehen von den Laser-Flips in Runde 5.
Ich stellte fest, dass ich Latias-EX in den Preisen hatte, doch ich zog es gleich mit dem ersten Preis. Was ich erst später bemerkte: drei Blend-Energien waren ebenfalls in den Preisen. So konnte ich mit Latias-EX überhaupt nicht angreifen. Ich versuchte es also mit Darkrai-EX. Dank Dusknoir konnte ich in einem Zug Mr. Mime und Duskull besiegen, was mich auf die Siegerstraße brachte. Nach einem Colress hatte ich drei Max Potion auf der Hand, die ich nacheinander ausspielte, um den Schaden zu heilen, den Empoleon meinem Darkrai-EX zufügte. So gewann ich auch das zweite Spiel.

Finale gegen Marc L (Genesect-EX/Virizion-EX) - 7:0:1
Finale, unglaublich. Ich hatte nicht erwartet, so weit zu kommen. Doch wenn ich schon dort war, wollte ich auch gewinnen. Gegen Genesect-EX hatte ich den ganzen Tag gar nicht gespielt. Vor dem Turnier hatte ich Entei-EX aus dem Deck herausgenommen und ein drittes Darkrai-EX eingefügt. Das war insgesamt eine gute Entscheidung, aber Entei-EX wäre als Counter gegen Genesect-EX jetzt hilfreich gewesen. Wegen G Booster und Genesects Ability "Red Signal" ist das Deck ein harter Gegner für Hydreigon.
An das erste Spiel habe ich wenig detaillierte Erinnerungen. Im entscheidenden Zug hatte Marc ein Genesect-EX mit G Booster und 5 Energien im Spiel, um den Angriff G Booster zweimal hintereinander benutzen zu können. Damit ging er allerdings ein großes Risiko ein, da das Genesect-EX bereits 30 Schaden hatte. Ich brauchte Hydreigon und zwei zusätzliche Energien, um es zu besiegen. Das gelang mir - danach hatte ich das Spiel unter Kontrolle und es stand 1:0 für mich.

Das zweite Spiel wurde sehr knapp. Ich konnte mich nicht darauf verlassen, dass Marc bis zum Timeout keine vier Preise zieht. Deshalb musste ich selbst versuchen zu gewinnen. Sigilyph leistete gute Arbeit und brachte mir die Zeit, die ich brauchte, um mich aufzubauen. Allerdings konnte ich wegen Mr. Mime auf Marcs Bank nicht so viel Schaden verteilen. Marc spielte am Ende sehr clever und nahm mir die kleine Chance, das Spiel zu gewinnen, indem er Sableye mit Genesects Ability nach vorne zog und besiegte. Dadurch hatte er noch zwei Preise übrig und machte es mir unmöglich, mit meinen Pokémon-EX anzugreifen. Das zweite Spiel konnte er gewinnen.
Für das entscheidende dritte Spiel hatten wir nicht mehr viel Zeit. Zum Glück war es kein Sudden Death, denn dort hätte ich wohl keine Chance gehabt. Marc hatte einen Vorsprung, den ich in meinem ersten Extrazug im Timeout mit Hydreigon umdrehen konnte. In Marcs Extrazug ging allerdings Hydreigon dafür drauf - ich musste nun ohne Hydreigon auskommen.
Marc hatte noch einen seiner zwei Shadow Triad übrig, um G Booster aus dem Ablagestapel zurückzuholen. Seine letzte Plasma-Energie lag in den vier verbliebenen Preisen, die wegen Town Map offen lagen. Der Spieler, der den nächsten Preis zieht, würde das Spiel sofort gewinnen.
Ich brauchte noch mehr Zeit, um einen KO hinzubekommen. Währenddessen musste ich verhindern, dass Marc einen Preis ziehen konnte. Auf der Bank lag ein Darkrai-EX mit 150 Schaden, vorne lag Darkrai-EX mit Energien. Ich hatte in einem sehr wichtigen Zug Hydreigon zurück ins Spiel gebracht. Vorher hatte ich sogar einmal mit Deinos Attacke (weiß Gott wie die heißt) 30 Schaden auf ein Mr. Mime gelegt, um später mit Dusknoir und Hydreigon einen OHKO hinzubekommen. Mir fehlte dafür allerdings Dusknoir.
Die Extrazüge wurden mehr und mehr. Im fünften oder sechsten Extrazug wurde der Druck auf Marcs Seite so groß, dass er Max Potion auf Genesect-EX spielen musste und dabei seine Energien verlor. Er hatte den Shadow Triad nicht bekommen. Um zu gewinnen, brauchte er nun in einem Zug Energy Switch, eine Grass Energy und Shadow Triad. Ich spielte N und griff weiter an. Marc begann seinen Zug, spielte die Energie aus, legte G Booster an Genesect-EX und... gab auf. Den vierten Energy Switch hatte er gar nicht im Deck. Das war mit Sicherheit eines des spannendsten und besten Spiele seit langer Zeit!

Mit diesem Erfolg habe ich nun 200 Championship Points zusammen. 300 fehlen mir noch zum Worlds-Invite. Ich hoffe natürlich, dass bei meinem Heimspiel in Berlin am nächsten Samstag nochmal ein paar Punkte hinzukommen!

Nochmal zu den neuen Regeln

In meinem Bericht aus Paris habe ich bereits meine Meinung zu den Regeländerungen abgegeben. Ich mag die neue Vielfalt an Decks, die sich aus der Catcher-Änderung ergibt. Allerdings stört jeder Münzwurf die Berechenbarkeit des Spiels. In Speyer hat nur einer meiner Gegner Pokémon Catcher gespielt - in allen anderen Spielen war zu spüren, welches hohe spielerische Niveau erreicht werden könnte, wenn Catcher gar nicht mehr erlaubt wäre bzw. unabhängig von Münzwürfen abgeschwächt worden wäre.

Nach wie vor kritisch sehe ich das Zeitlimit 50 Minuten für best-of-three. Die Zeit ist für drei Spiele definitiv zu knapp bemessen. In den Tops habe ich gemerkt, dass schon 10 Minuten mehr einen großen Unterschied ausmachen. Bei sechs Runden müsste man 60 Minuten mehr Zeit einplanen. Dafür würden sicherlich deutlich weniger Matches 1:0 oder 1:1 enden. Insbesondere die 1:0-Ergebnisse sind häufig nicht gerecht. Wenn eher langsame Decks in Rückstand geraten tun sie sich schwer, in der knappen Restzeit ein weiteres volles Spiel zu absolvieren - vor allem, wenn sich der Gegner allein darauf konzentriert, mit defensivem Spiel Zeit zu gewinnen.