The Worlds Book 2014 #2 - Die großen Drei

Ole
Written By OleAug 3, 2014

Zur Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2014 in Washington, D.C. haben die Card Leaders Turnierergebnisse analysiert, ihre Erfahrungen zusammengetragen und an ihren Decks gearbeitet. Eine Zusammenfassung ihrer Arbeit stellt dieses "Worlds Book" dar, welches 31 Seiten umfasst und hier im Card Leaders Underground-Bereich in Auszügen veröffentlicht ist. Im zweiten Teil werden drei der stärksten Decks des aktuellen Formats unter die Lupe genommen.

Das aktuelle Format von A bis Y - Die großen Drei

In diesem Kapitel möchte ich einen Überblick über die Decks im aktuellen Format zur Weltmeisterschaft 2014 geben. Es sollen neben der Grundstrategie auch mögliche Techs und Anpassungen an ein jeweils erwartetes Metagame behandelt werden. Weiterhin sind die Ergebnisse, Decklisten und weiteren Informationen der vergangenen Nationals die Grundlage für diese Überlegungen.

Aus den Ergebnissen der Nationals kann man drei Decks ableiten, die momentan wohl am Stärksten einzuschätzen sind. Yveltal-EX / Garbodor und Virizion-EX / Genesect-EX waren international sehr häufig vorne mit dabei. Pyroar / Charizard-EX kam erst bei den US Nationals dazu, hatte dort jedoch auch gleich seinen Durchbruch.

Yveltal-EX / Garbodor

Garbodor-Varianten mit Unlicht-Pokémon sind bereits seit langer Zeit ein fester Bestandteil des Metagames. Die ursprüngliche Version von Darkrai-EX mit Garbodor wurde mit dem Release von Plasma Freeze und der darin enthaltenen Tool-Karte Float Stone spielbar. Zuvor hatte das Deck mit Schwierigkeiten zu kämpfen, da Garbodors Ability auch den freien Rückzug durch Darkrai-EX verbietet.

Die ersten Finsternis-Partner von Garbodor waren Darkrai-EX und Sableye DEX. Sableye recyclete bereits für das alte Hammertime-Deck die Item-Karten, die den Gegner am Setup und am Angreifen hindern sollten. Zu den Hammern gesellte sich der Hypnotoxic Laser dazu, der es ermöglichte, Schaden aufs gegnerische Feld zu bringen, während Sableye einfach immer die Items zurückholte. Es war in diesem Deck nicht nur eine zerstörende Karte, sondern hielt gleichzeitig die Energiebeschleunigung mit Dark Patch aufrecht, half mit Ultra Ball und Computer Search beim Setup und brachte in den entscheidenden Momenten den wichtigen Pokémon Catcher.

Den größten Erfolg hatte dieses Deck bislang bei den Worlds 2013 in Vancouver. Das Team "Hovercats" um Dustin Zimmerman spielte dort ihr "Hovertoxin"-Deck, welches schon mehr ein Sableye/Garbodor-Deck als ein Darkrai/Garbodor-Deck war. Life Dew - ebenfalls aus Plasma Freeze - wurde an Sableye gelegt, um möglichst wenige Preise aufgeben zu müssen. Sobald Sableye besiegt war, konnte das nächste Sableye das ACE-SPEC-Tool selbst zurückholen und wiederverwenden. Und das alles, während der Gegner wegen Garbodor nicht einmal seine Abilities nutzen durfte!

Den nächsten großen Sprung machte das Deck beim Release von Yveltal-EX. Zuvor hatte man zwar auch mit Mewtwo-EX und dessen X-Ball-Angriff experimentiert, um zusätzliche Angriffskraft zu erhalten. Jedoch wurde das Deck mit den zusätzlichen Energy Switches und den wenig flexiblen Double Colorless Energies zu träge und langsam. Yveltal-EX ist die perfekte Ergänzung für das Deck, da es als Unlicht-Pokémon auch von Dark Patch profitiert und zwei äußerst starke Angriffe mitbringt: Evil Ball ist eine bessere Kopie von Mewtwos X-Ball. Y Cyclone ermöglicht mehr Kontrolle über die Energiekarten auf der eigenen Seite und wird mittlerweile oft als der stärkere Angriff eingeschätzt - beide Angriffe sind auf alle Fälle unglaublich stark!

Sableye verlor stark an Bedeutung, da es nun mehr darauf ankommt, möglichst schnelle KOs hinzubekommen. Junk Hunt wird nur noch vereinzelt benötigt, um Ressourcen wie Random Receiver und Dark Patch zurückzuholen. Auch Darkrai-EX ist nicht mehr der Star dieses Decks, da Yveltal-EX insgesamt angriffstärker ist. Trotzdem kann man auf Night Spear häufig nicht verzichten, da die 30 Schadenspunkte auf die Bank des Gegners häufig spielentscheidend sind.

Dank Evil Ball ist der Schaden, den das Deck in einer Runde austeilen kann, nicht mehr begrenzt. Hypnotoxic Laser kann jederzeit weiter 30 Schadenspunkte hinzufügen. Außerdem bringt Muscle Band den Angriffen von Angriffen aller Pokémon in diesem Deck zusätzliche Power - bislang konnten nur Unlicht-Pokémon von Dark Claw profitieren.

Ein typisches Yveltal-EX/Garbodor-Deck könnte folgendermaßen aussehen:

Pokémon (13):
2 Yveltal-EX
2 Darkrai-EX
2 Sableye DEX
2 Trubbish LTR67
2 Garbodor DRX
1 Yveltal XY
1 Druddigon FLF
1 Keldeo-EX

Trainer (36):
4 Professor Juniper
4 N
3 Random Receiver
1 Bicycle
1 Dowsing Machine
4 Ultra Ball
4 Dark Patch
4 Hypnotoxic Laser
2 Virbank City Gym
2 Float Stone
2 Muscle Band
2 Pokémon Catcher
1 Enhanced Hammer
1 Escape Rope
1 Tool Scrapper

Energie (11):
8 Darkness Energy
3 Double Colorless Energy

Theoretisch kann man bereits im ersten Zug mit Yveltal-EX und Y Cyclone für mindestens 90 Schadenspunkte angreifen, wenn man nicht beginnt. Häufig wird man im ersten Zug jedoch nur Hypnotoxic Laser und Yveltal XY oder Sableye benutzen können. Ab dem zweiten Zug können die großen Angriffe beginnen, während auf der Bank ein oder mehrere Garbodor aufgebaut werden.

Das Deck ist besonders stark gegen sogenannte "Raindance"-Decks wie Blastoise/Keldeo und Rayquaza/Emboar, da Garbodor die Energiebeschleunigung des Gegners blockiert und Yveltal-EX die Pokémon besiegt, die bereits viele Energien bekommen haben. Auch gegen Stage-2-Decks, die mehr als eine Energie für ihre Angriffe benötigen, ist Yveltal-EX klar im Vorteil, da es sehr viel schneller angriffsbereit ist und das Setup des gegnerischen Decks enorm behindert.

Yveltal-EX kann mit seiner Resistenz zwar die Kampf-Schwäche von Darkrai-EX ausgleichen, jedoch kommt nun die Elektro-Schwäche von Yveltal als neues Problem hinzu. Thundurus-EX und Raichu XY können diese Schwäche am besten ausnutzen. Auch mit Trainer Lock in Verbindung mit Speziellen Zuständen, insbesondere Paralyse, kann das Deck Probleme bekommen, da es zum Einen sehr von seinen Item-Karten abhängt und zum Anderen nur wenige Optionen hat, um Spezielle Zustände zu beseitigen. Darüber hinaus hat das Deck trotz Garbodor Probleme mit Pyroar, welches wegen seiner Ability keinen Schaden von Basis-Pokémon erhält. Der Ability-Lock von Garbodor hilft nur solange, wie dieses nicht gecatchert und besiegt wird. Sobald Garbodor aus dem Spiel ist, hat man das Spiel gegen Pyroar so gut wie verloren.

Genesect-EX / Virizion-EX

Die zweite Großmacht im aktuellen Format ist Genesect-EX / Virizion-EX, auch "Virgen" genannt. Beide Karten stammen aus Plasma Blast und sind seit ihrem Release in ihrem eigenen Deck zu finden. Die Energiebeschleunigung von Virizion-EX gemeinsam mit der enormen Angriffstärke von Genesect-EX und seinem besonderen G-Booster-Angriff bilden ein Deck, welches nur schwer zu stoppen ist, sobald es ins Rollen kommt. Dazu kommen zwei herausragende Abilities: Durch Red Signal von Genesect-EX funktioniert jede Plasma-Energie wie ein Pokémon Catcher. Verdant Wind von Virizion-EX schützt alle eigenen Pokémon mit Pflanzen-Energien vor Speziellen Zuständen.

Zunächst war Plasma der größte Feind, weshalb am Beginn der Saison vor allem Drifblim DRX / Drifblim PLB in den Genesect-Decks zu finden waren, um dem Gegner die Spezial-Energien wegzunehmen. Während Plasma insbesondere nach den Regeländerungen - Catcher-Flip und Angriffsregel im ersten Zug - etwas schwächelte, behielt Genesect seine Stärke und bestimmte das Format. Mit Virgen in Kombination mit Shaymin-EX gewann Marc Lutz den European Challenge Cup 2014. In weiteren Versionen halfen Mr. Mime PLF und Bouffalant DRX vor allem gegen Darkrai-EX. Bei der Deutschen Meisterschaft 2014 war das Deck fünfmal in den Top 8 vertreten. Ab den Top 4 war nur noch Genesect im Rennen. Am Ende gewann Karl, der unter anderem Bouffalant, Mr. Mime, Enhanced Hammer und Potion spielte, um auch in Mirror-Matches einen Vorteil zu bekommen.

Diese Mirror-Matches waren lange der einzige echte Grund, warum man Virgen nicht spielen wollte. Wer den Münzwurf gewann und anfangen durfte, gewann so gut wie immer das Spiel. Das war nicht nur langweilig, sondern auch sehr unsicher, da man auch in den Vorrunden jederzeit Niederlagen gegen andere Genesect-Decks einplanen musste. Trotz G Booster ist der Schaden, den man in einem Zug austeilen kann, insofern begrenzt, als dass man maximal ein Pokémon gleichzeitig angreifen kann. Lediglich die 20 Schaden von Genesects Megalo Cannon können hier den Unterschied ausmachen - das war der Grund, weshalb Karl sich dazu entschloss, Potion in sein Deck einzubauen.

Das Feuer-Set Flashfire scheint Genesect vollständig vernichten zu wollen. Fast jedes Feuer-Pokémon kann sowohl Virizion-EX als auch Genesect-EX nun mit Leichtigkeit besiegen. Insbesondere Pyroar FLF ist ein großes Problem für Virgen, da es selbst nur durch G Booster besiegt werden kann. Die hilfreichste Karte gegen Pyroar ist Raichu XY, wobei das Matchup weiterhin schlecht bleibt. Gemeinsam mit einigen Enhanced Hammer kann man den Gegner aber ordentlich stören, wenn es gut läuft.

Beispielhaft ist hier eine Genesect-EX / Virizion-EX / Raichu-Deckliste, wie man sie bei den Worlds 2014 erwarten kann:

Pokémon (13):
3 Genesect-EX
3 Virizion-EX
3 Pikachu XY
3 Raichu XY
1 Mr. Mime PLF

Trainer (34):
4 Professor Juniper
4 N
4 Skyla
1 Shadow Triad
4 Ultra Ball
1 Level Ball
3 Skyarrow Bridge
3 Muscle Band
3 Energy Switch
2 Tool Scrapper
1 Town Map
1 Enhanced Hammer
1 Professor's Letter
1 Super Rod
1 G Booster

Energie (13):
9 Grass Energy
4 Plasma Energy

Weiterhin ist es das Ziel jedes Genesect-Decks im zweiten Zug mit Emerald Slash anzugreifen und ein Pokémon auf der Bank aufzuladen, meist Genesect-EX. Um das zu erreichen spielt das Deck bis zu drei Skyarrow Bridge und möglichst wenige Basis-Pokémon neben Virizion-EX, die höchstens einen Rückzug von eins haben.

Nach der Anfangsphase geht es nur noch darum, in jedem Zug möglichst viel Schaden auszuteilen und KOs zu erzielen. G Booster ist wichtig für dieses Deck, weshalb oftmals Town Map und ein oder mehrere Shadow Triad gespielt werden, um immer an die ACE SPEC Karte heranzukommen. Energy Switch hilft dabei, die Energien auf angriffsbereite Pokémon zu verschieben. So kann auch ein Raichu ohne Double Colorless Energy in einem Zug aufgebaut werden.

Virgen hat Probleme gegen Decks, die bereits früh sehr viel Druck ausüben können. Das Deck möchte am liebsten bis zum dritten Zug in Ruhe gelassen werden, um sicher Emerald Slash machen zu können. Pokémon wie Victini-EX mit Victory Piece, die Virizion-EX bereits vor dem zweiten Zug besiegen können, sind eine äußerst effektive Waffe gegen das Deck. Auch Mewtwo-EX, Deoxys-EX und Yveltal-EX können schon von Anfang an viel Schaden ins Spiel bringen und Virizion-EX zumindest direkt nach seinem Emerald Slash besiegen. Das verhindert oftmals den frühen G Booster, da der Genesect-Spieler dafür das Risiko eingehen müsste, alle seine Energien im Spiel zu verlieren.

Auch Dusknoir BCR kann Virgen Probleme bereiten. Seine Ability ermöglicht es, den Schaden, der auf Virgens Seite bereits vorhanden ist, auf den vorbereiteten Attacker zu schieben und diesen zu besiegen, bevor er gefährlich wird. Darkrai-EX / Dusknoir BCR war nach den Regeländerungen im November für kurze Zeit ein recht starkes Deck, welches sich genau diesen Vorteil zunutze machte. Genesect-EX kann allerdings jederzeit mithilfe von Red Signal und G Booster das Dusknoir auf der gegnerischen Bank beseitigen.

Pyroar / Charizard-EX

Pyroar hat bereits so viel Aufmerksamkeit erhalten, dass man schon fast vergessen hat, wie kurz es erst im Spiel mitmischt. Schon Monate vor dem Release von Flashfire wurde der Feuer-Löwe extrem hochgejubelt - zu Recht?

Wenn man sich die Ergebnisse der US Nationals ansieht: Ja. In den Top 16 der Masters waren fünf Pyroar-Deck vertreten, von denen eins am Ende den zweiten Platz erreichte.

Bei anderen Nationals auf der Welt war Pyroar kaum vertreten. Allerdings fällt auf: Dort, wo es in den Tops war, hatte es häufig gute Platzierungen, zum Beispiel Platz eins und drei in Tschechien oder Platz eins in Singapur. Als Beleg dafür kann man die Top 8 / 4 / 2 Statistik aus dem Nationals-Kapitel heranziehen.

Das könnte ein Grund gewesen sein, warum in Amerika so viele Spieler diesem Deck vertraut haben. Es liegen keine Zahlen vor, wieviele Teilnehmer im gesamten Feld tatsächlich Pyroar gespielt haben, aber allein die fünf Pyroar-Decks in den Top 16 lassen auf eine größere Zahl von Pyroar-Spielern schließen.

Einer von ihnen war Michael Pramawat, der mit der folgenden, recht ungewöhnlichen Liste bis ins Finale kam:

Pokémon (10):
4 Litleo FLF18
4 Pyroar FLF
1 Mewtwo-EX
1 Charizard-EX FLF12

Trainer (38):
4 Professor Juniper
2 N
2 Lysandre
3 Blacksmith
4 Roller Skates
3 Bicycle
1 Computer Search
4 Ultra Ball
2 Level Ball
4 Switch
3 Muscle Band
4 Pokémon Catcher
2 Tropical Beach

Energie (12):
8 Fire Energy
4 Double Colorless Energy

Ungewöhnlich sind vor allem die Trainerkarten. Michael spielte 4 Roller Skates und 3 Bicycle. Das könnte man damit erklären, dass er gerne seine Draw-Power von den Supportern auf die Items übertragen wollte, um öfter die Gelegenheit zu haben Blacksmith zu verwenden. Aber warum dann Roller Skates und nicht die zuverlässigere Fiery Torch?

Gegen Fiery Torch sprechen im Vergleich zu Roller Skates mehrere Punkte. Man muss eine Feuer-Energiekarte auf der Hand haben und diese ablegen, um Fiery Torch spielen zu können. Dann zieht man dafür zwei Karten - Fiery Torch eingerechnet macht das + 2 und - 2 gleich null Karten Vorteil. Man kann sich so nur recht langsam durch sein Deck ziehen.

Gegen Roller Skates spricht natürlich der Flip. Ohne den Flip wäre die Karte vermutlich überragend gut. So macht die Karte nun zu 50 Prozent gar nichts. Zu 50 Prozent darf man drei Karten ziehen. Warum ist das nun besser?

Die Karte macht zumindest Vorteil, wenn auch nur wenig: zu 50% macht man jeweils + 2 oder - 1, was gegeneinander gerechnet einen Vorteil von + 0,5 Karten ergibt. Das klingt allerdings sehr theoretisch.

Eine praktischere Erklärung könnte lauten: Das Deck kann vergebene Roller-Skate-Flips verkraften. Beispielsweise zieht man danach mehr Karten mit Bicycle, weil man zumindest eine Karte weniger auf der Hand hat als zuvor. Auch bei Tropical Beach kann man den Nachteil ausgleichen. Andersherum ist das Deck so aufgebaut, dass man fast jede Karte, die man zieht, sofort ausspielen kann: wenn man also einen erfolgreichen Roller-Skate-Flip hat und drei Karten zieht, dann kann man diese oftmals ausspielen und danach genauso effektiv Bicycle oder Tropical Beach nutzen.

Da sich das Deck keine weiteren Besonderheiten leisten kann, ohne die Konsistenz zu gefährden, finden wir hier häufig 3-ofs oder 4-ofs der wichtigen Karten. Ein weiterer Blick auf die Deckliste deckt aber auch einige Schwächen dieses Decks auf.

Bleiben wir zunächst bei den Trainerkarten: ein früher Ghetsis kann dem Pyroar-Spieler mit einer solchen Liste gleich den Spaß nehmen. 28 Karten, also fast die Hälfte des Decks, sind Item-Karten. Da Ghetsis auch gegen Darkrai-Decks erfahrungsgemäß gut ist, werden wir diesem Supporter bei den Worlds sicherlich häufiger begegnen.

Double Colorless Energy ist vor allem früh im Spiel wichtig für Pyroar. Ohne sie kann es lange dauern, bis mal ein Löwe aufgebaut ist. Auch Blacksmith kann dabei nicht immer helfen. Deshalb mag Pyroar keinen Enhanced Hammer - wenn man ein Pyroar mal nicht besiegen kann, so kann man es zumindest damit ausbremsen.

Jeder Wasser-Angreifer ist natürlich ein Problem für Pyroar. Empoleon wird ohnehin bereits gespielt und lässt sich von Pyroar nur stoppen, wenn es ein langsames Setup hat. Ansonsten wird das Deck innerhalb weniger Züge komplett geflutet.

Von den Schwächen zu den Stärken: Wogegen ist Pyroar stark? Es muss ja Gründe geben, warum sich die Leute so vor Pyroar fürchten, nicht wahr?

Seine Ability macht es zu einem harten Gegner für viele Decks im aktuellen Format. Pyroar bekommt keinen Schaden von Basis-Pokémon. Nicht von Darkrai-EX, Yveltal-EX, Keldeo-EX, Black-Kyurem-EX, Genesect-EX ohne G Booster, Landorus-EX, Mewtwo-EX, Druddigon FLF, Miltank FLF, Lugia-EX, Thundurus-EX, Kyurem PLF, Deoxys-EX... die Liste ließe sich noch lange so weiterführen. Ein einzelnes Pyroar kann für diese Pokémon bereits zum Problem werden, wenn sie nicht vorbereitet sind.

Bislang gibt es noch nicht "den" Counter gegen Pyroar, den man in jedes Deck hineintun kann. Es wurde aber schon experimentiert. Raichu XY kann helfen, wird aber auch nur schwer mit mehreren Pyroar fertig. Latias-EX kann selbst nicht von Pyroar angegriffen werden, aber seine Attacke ignoriert Pyroars Ability - eigentlich perfekt, wenn Charizard-EX nicht wäre, welches Latias-EX aus dem Weg räumen kann. Eventuell ist Giratina-EX besser. Mit Muscle Band kann es Pyroar sogar OHKOen und überlebt dank seiner 180 KP auch einen Combustion Blast plus Muscle Band von Charizard-EX.

Der beste Counter ist wohl Garbodor DRX, welches die Ability einfach ausschaltet. Es sitzt auf der Bank und muss gecatchert werden, um es zu beseitigen. Tool Scrapper würde hier kaum helfen, da man als Garbodor-Spieler seine Tools aktiv im eigenen Zug anlegen kann, um Pyroar anzugreifen.

Es ist schwer zu sagen, ob Pyroar bei den Worlds erfolgreich sein wird. Das hängt stark davon ab, wieviele Spieler es als Gegner ernst nehmen und Techs dagegen spielen. Doch auch die Pyroar-Spieler werden versuchen, neue Wege zu finden, mit diesen Techs fertigzuwerden.