Keine kleine Nachtmusik - Arena Cup Salzburg, 28.02.2015

Ole
Written By OleMar 7, 2015

Salzburg, Österreich - die dritte Station des Arena Cups in der Saison 2014 / 2015. Übersetzung für Berliner: acht Stunden Zugfahrt hin, acht Stunden Pokémon, acht Stunden Zugfahrt zurück. Angesichts dieser verlockenden Aussicht war ich der einzige deutsche Hauptstädter, der die Reise in die Alpenrepublik antrat. Nachdem der European Challenge Cup in Arnhem schon drei Wochen her war, hatte ich endlich mal wieder Lust auf einen entspannten Wochenendausflug.

Meine Deckwahl war fast ausschließlich eine Entscheidung aus dem Bauchgefühl heraus, da ich erst zwei Tage vor dem Turnier Zeit zur Vorbereitung fand. Yveltal hatte mich in den letzten Wochen häufig auf die vorderen Plätze gebracht. Im Expanded-Format, welches in Deutschland ausschließlich bei den Arena Cups gespielt wird, gewinnt Yveltal zudem den mächtigen Dark Patch zurück.

1. Runde gegen Petra M (Bronzong/Dialga-EX) - 1:0:0

Vor Metal-Decks hatte ich an diesem Tag keine Angst. Ich verstand nicht so wirklich, warum die Dialga-Variante plötzlich gut sein sollte und niemand M Aggron-EX PRC94 spielte. M Aggron-EX ist zwar etwas schwieriger aufzubauen, hat dann aber gleich mehrere Vorteile: Mehr KP, kein Energy Discard (der Gegner kann sich also nicht auf Bronzong PHF61 konzentrieren!) und die Möglichkeit, zu 75% alles zu onehitten, was sich M Aggron-EX in den Weg stellt. Ob es das Yveltal-Matchup besser macht, weiß ich nicht. So war es jedoch ein einfaches Match. Seismitoad-EX hinderte Petra zu Beginn am Setup und Yveltal-EX kümmerte sich dann mit Y Cyclone um die Bronzong. Dialga-EX PHF62 kam überhaupt nicht zur Geltung und Aegislash-EX PHF65 war dank Dark Patch keine allzu große Hürde.


Eine Idee aus Japan. Bild von hellfire.diarynote.jp

2. Runde gegen Emmeline T (Ho-Oh-EX/Huntail) - 2:0:0

Ein weiteres Deck, wo ich den Hype nicht verstand, war Ho-Oh-EX DRX22 mit Huntail PRC50. Das Deck ist in sich zwar stimmig, da Ho-Oh-EX durch seinen Typ und das Energy Recycling den optimalen Partner für Huntail darstellt. Um Genesect-EX und die Metal-Pokémon kümmert sich Ho-Oh-EX und Huntail übernimmt den Rest. So weit so gut, aber die Schwächen des Decks waren leicht zu erkennen: Clamperl PRC49 hat nur 50 KP, Huntail 100. Das sind heutzutage lächerliche Werte, die jeder Attacker ohne große Mühe hinbekommt. Die Engine um Battle Compressor ist anfällig für den Item-Lock von Seismitoad-EX. Und gegen alles, was keine Feuer-Weakness hat, macht Ho-Oh-EX kaum Schaden. Meine Strategie war entsprechend einfach: Clamperl catchern und besiegen, um vor OHKOs sicher zu sein. Schon Yveltal XY war für Ho-Oh-EX eine kaum zu überwindende Hürde. Mit 2:0 entschied ich das Match für mich.

3. Runde gegen Martina C (Landorus-EX/Hawlucha/Crobat) - 2:0:1

Landorus-EX BCR89 / Hawlucha FFI63 / Crobat PHF33 hatte vor Kurzem eine Regional in den USA gewonnen. Nicht nur, aber auch deshalb begegnete ich diesem Deck mit großem Respekt. Es bringt mit einer ungeheuren Präzision Schaden ins Spiel und gewinnt Spiele innerhalb weniger Züge, wenn der Pilot des Decks ein guter Spieler ist. Bei Martina konnte ich mit absoluter Sicherheit davon ausgehen. Ich gewann das erste Spiel dank einer guten Phase des Seismitoad-Locks zu Beginn und meiner Pokémon Center Lady, die den Schaden gering hielt. Dennoch merkte ich, dass das Matchup für mich alles andere als gut war. Waren Hawlucha und Crobat doch nicht schon nervig genug, kam auch noch Dedenne FFI34 dazu, welches nur genau so lange niedlich ist, wie es nicht mein Yveltal-EX onehittet. Spiel 2 dauerte eine Ewigkeit, aber ich war das gesamte Spiel im Nachteil. Früher aufzugeben kam trotzdem nicht in Frage, da ich mir keine besseren Chancen in einem dritten Spiel ausrechnete. Ich verlor Spiel 2 und das folgende dritte Spiel ging nach knapp 10 Minuten ins Timeout - Unentschieden. Damit konnte ich gut leben.

4. Runde gegen Tobias T (Yveltal-EX/Laserbank) - 2:1:1

Ein Mirror-Match, aber eigentlich doch nicht. Tobias startete mit Bouffalant DRX110 und spielte dazu Hypnotoxic Laser und Virbank City Gym. Auf Laserbank hatte ich bewusst verzichtet, da Yveltal-EX mit Dark Patch ohnehin bereits zu einigen Overkills führt und man daher die sechs Slots für andere Karten benutzen kann, z. B. Head Ringer und Pokémon Center Lady. In diesem Match fehlten mir die Laser allerdings, um bei den KOs Zug um Zug mithalten zu können. Im ersten Spiel machte Bouffalant den Unterschied. Wenn man gerade mal seinen ersten Zug machen durfte und bereits 130 Schaden auf Yveltal XY bekommen hat, dann wird es nunmal schwierig bis unmachbar. Im zweiten Spiel ließ mich Tobias durch einige seltsame Plays zwar zurück ins Spiel kommen, gewann jedoch trotzdem dank des 25% Sleep vom Hypnotoxic Laser und meinem Whiff auf Pokémon Center Lady.

5. Runde gegen Philipp L (Bronzong/Dialga-EX/Manectric-EX) - 3:1:1

Eigentlich ein dankbares Matchup, um zurück in die Spur zu kommen, wenn Manectric-EX PHF23 nicht gewesen wäre. Dieses Manectric-EX verhinderte nämlich, dass ich mich auf KOs auf Bronzong konzentrieren konnte - eine der Schwächen, die ich bei der Dialga-Variante ausgemacht hatte. In Spiel 1 kam es noch nicht zur Geltung und ich ging in Führung, doch in Spiel 2 hatte ich mit dem 80/20 Schaden von einem Manectric-EX + Muscle Band zu kämpfen, da ich meinen Head Ringer nicht rechtzeitig dort anlegen konnte. Obwohl wir beide kein Unentschieden wollten zog sich Spiel 2 zu lange - hier wäre es für mich sicherlich sinnvoll gewesen, früher aufzugeben, aber der Spielverlauf erschien mir vielleicht auch aufgrund eines falschen Ehrgeizes nicht negativ genug dafür.

Von Vorteil war, dass wir es in Spiel 3 dann beide eilig hatten und keine Zeit mehr zu verlieren hatten. Philipp sparte Zeit, indem er nicht sein Deck nach geprizeten Karten checkte, und ich verzichtete kurzerhand darauf, Professor Juniper zu spielen, um noch schneller angreifen zu können. Das konnte ich tun, da meine Position sehr stark überlegen war. Es müsste 2-6 nach Preisen für mich gestanden haben, als das Timeout kam - einen Zug zu früh für meinen Geschmack, aber noch war ein Sieg möglich. Im ersten Zug vom Timeout spielte Philipp dann allerdings N - ich brauchte Lysandre und irgendeine Energie für den sicheren Sieg, da ich ein Yveltal-EX mit fünf Energien auf der Bank hatte, welches ein Dialga-EX mit zwei Energien besiegen musste. Ich zog eine Energie und einen Ultra Ball, der mir zwar Jirachi-EX für den Lysandre hätte bringen können, dafür jedoch die Energie und die dritte Handkarte discarden müsste. Es war immer noch Philipps Zug - er beschloss, es darauf ankommen zu lassen und uns nicht beide mit einem Unentschieden aus dem Turnier zu kegeln. Er legte weitere Energien an Dialga-EX und zog es nach vorne, um mein aktives Yveltal-EX zu besiegen. Mir fehlte nun also nur noch eine Energie und kein Lysandre mehr - die Energie hatte ich ja bereits gezogen.

6. Runde gegen Nicolo C (Landorus-EX/Hawlucha/Crobat) - 3:2:1

Ich konnte Philipps Geschenk in der letzten Runde leider nicht veredeln. Jedes andere Matchup (auch M Gardevoir-EX PRC106) hätte mir besser gefallen als Landorus-EX / Hawlucha / Crobat, aber was solls. Obwohl Nicolo kein Dedenne hatte, lief es noch schlechter als in Runde 3. Schon nach wenigen Zügen in Spiel 1 merkte ich, wie chancenlos ich hier war. Dementsprechend frustriert war ich bereits in Spiel 2, welches dann tatsächlich nochmal schlechter lief als das Spiel davor. Mich frustrierte weniger meine Unterlegenheit sondern mehr die Tatsache, dass ich keinen Grund dafür finden konnte, warum ich so chancenlos war. Wahrscheinlich hätte ich schon in Runde 3 mutiger spielen müssen, als ich näher am Sieg dran war.

Mit dem 3-2-1 landete ich nach den Vorrunden auf dem 15. Platz.

Insgesamt war ich von diesem Arena Cup eher enttäuscht - nicht nur wegen meines Abschneidens, sondern auch wegen der gespielten Decks. Ich hatte zwar selbst aufgrund fehlender Zeit zum Testen auf Spielereien mit Karten aus dem Expanded-Block von BW bis BCR verzichtet, war damit aber in bester Gesellschaft. Die Metal-Decks spielten Level Ball, doch dass es auch ohne diesen ging, bewies Marc nach einem Deckcheck in Runde 1 unfreiwilligerweise. Er hatte vergessen, seine 3 Level Balls auf seine Deckliste zu schreiben und musste diese dann durch drei Metall-Energien austauschen. Für mich war das Highlight das Yveltal-EX / Archeops NVI67 Deck, welches bis ins Finale kam und dort gegen Ho-Oh-EX / Huntail verlor.