"Immerhin noch nicht verloren!" - mein Bericht vom European Challenge Cup 2014

Ole
Written By OleMar 3, 2014

302 – die Teilnehmerzahl des diesjährigen European Challenge Cups übertraf jene der Vorjahre noch einmal deutlich. 302 Masters, wohlgemerkt. Neun Runden mit anschließenden Top 32 im Swiss bis zu den Top 8. Eine Atmosphäre, die mit großen US Regionals vergleichbar ist. Einen großen Unterschied gibt es aber: die Spieler kamen aus zahlreichen Ländern aus Europa und darüber hinaus. Als Abschluss unserer Turnier-Coverage ist hier mein Bericht vom European Challenge Cup 2014.

Ich hatte kaum Zeit, mich auf den ECC vorzubereiten. Ursprünglich wollte ich „Balloon Bugs“ spielen – das altbewährte Genesect-EX / Virizion-EX / Drifblim Deck. Ich erwartete viele Plasma-Decks und hielt Balloon Bugs daher für eine gute Wahl. Darüber hinaus war mein Palkia-Deck aus Leipzig eine Option für mich. Ich traf mich mit Alex, Dennis und Leon in Arnhem für die letzten Vorbereitungen. Leon wollte Genesect spielen, nachdem er einige Spiele damit gemacht hatte. Ich hatte zwar genug Karten dabei, um das Deck zweimal aufzubauen, doch irgendwie hatte ich mehr Lust, das Palkia-Deck zu spielen. Bisher lief es nicht optimal – häufig hatte ich mit Supporter-Mangel zu kämpfen. Egal, dachte ich. Die Rundenzahl wird das schon ausgleichen!

Palkia-EX / Snorlax / Suicune

Pokémon (13):
2 Palkia-EX PLB66
3 Deoxys-EX PLF53
1 Lugia-EX PLS108
1 Thundurus-EX PLF38
1 Genesect-EX PLB11
2 Snorlax PLS101
2 Suicune PLB20
1 Latias-EX PLF85

Trainer (34):
4 Prof. Juniper
4 N
3 Skyla
3 Colress
1 Shadow Triad
1 Scramble Switch
2 Ultra Ball
1 Team Plasma Ball
3 Colress Machine
2 Tool Scrapper
4 Float Stone
1 Escape Rope
2 Max Potion
3 Frozen City

Energie (13):
4 Double Colorless Energy
4 Plasma Energy
3 Prism Energy
2 Lightning Energy

Der Turnierbericht

1. Runde gegen Daniel H (GER) (Thundurus-EX/Deoxys-EX/Kyurem) - 0-0-1
Gleich zu Beginn gab es für mich das erste deutsch-deutsche Duell. Das erste Spiel lief genauso, wie ich es erwartet hatte: nach einigen Zügen hatte ich eine tote Hand ohne Supporter. Ich hatte N auf 6 gespielt, anstatt erstmal mit Skyla mein Deck auszudünnen. Ich brauchte allerdings eine Energie, die mir Skyla nicht hätte holen können.
Das zweite Spiel lief deutlich besser. Das Plasma-Matchup ist zwar nicht super für Palkia-EX/Snorlax, aber definitiv machbar. Man muss versuchen, die Kyurems mit Lugia-EX zu besiegen. Das zweite Spiel ging jedenfalls an mich, weil Daniel diesmal nicht ins Spiel kam. Das dritte Spiel… nunja, bei 50 Minuten für drei Spiele kann man dann nicht mehr viel erwarten. Unentschieden – ich war zufrieden damit.

2. Runde gegen Scott B (GB) (Lugia-EX/Snorlax) - 0-0-2
Nochmal gegen Plasma, diesmal die „Yeti“-Variante. Hätte ich doch besser Balloon Bugs gespielt! Viel gibt es nicht zu sagen: ein Spiel gewinne ich, eins gewinnt er, das dritte ist zu kurz. Ärgerlich, da das „Yeti“-Matchup für mein Deck schon recht gut ist.

3. Runde gegen Alejandro (ESP) (Rayquaza-EX/Emboar) - 0-0-3
Unser heißgeliebtes Rayboar. Mit Genesect hätte ich hier auf alle Fälle alt ausgesehen. Das erste Spiel verlor ich, da von meinen drei Frozen City zwei in den Preisen waren. Die erste musste ich ausspielen, bevor Alejandro seinen Tropical Beach legte. Mein Shadow Triad war übrigens auch prized.
Im zweiten Spiel half mir Frozen City dafür umso mehr. Ich schaffte wieder einmal den Ausgleich und die Zeit für das dritte Spiel reichte ein ums andere Mal nicht. Mit diesem Turnierverlauf könnte ich James Bond Konkurrenz machen.

4. Runde gegen Frans G (NL) (Flygon/Dusknoir) - 1-0-3
Ich hatte zwar noch nicht mit Palkia-EX gegen Flygon gespielt, aber allein theoretisch ist das Matchup sehr positiv für mich. Palkia-EX onehittet Flygon problemlos, Lugia-EX ebenso. Zwei Max Potion helfen dabei, den Schaden auf der eigenen Seite in Grenzen zu halten. Mein Gegner hatte noch Darkrai-EX als Attacker, welches jedoch von Suicune und Latias-EX aufgehalten wurde. Mein erstes 2:0 an diesem Tag und damit der erste Sieg.

5. Runde gegen Simon O () (Genesect-EX/Virizion-EX/Lugia-EX) - 1-0-4
Ich bekam durchaus die Matchups, die ich haben wollte, auch wenn es gegen Genesect-EX immer schwer ist. Zwei Tool Scrapper, zwei Suicune und ein Latias-EX reichen aus, um einen Lock aufzubauen, der auch durch G Booster nicht mehr durchbrochen werden kann – es sei denn, der Gegner spielt sehr viele Shadow Triad.
Trotzdem konnte ich auch diesmal wieder nur ein Spiel gewinnen. In dieser Runde wurde das Timeout zu früh verkündet, glaube ich. Ich war ein wenig verwundert… es galt wohl lediglich für die Juniors und Seniors, die nicht mehr parallel waren. Aber auch die drei fehlenden Minuten hätten das dritte Spiel nicht mehr interessant gemacht. Das vierte Unentschieden – immerhin hatte ich noch nicht verloren!
Während der Runde fiel mir etwas Besonderes auf, wenn man das so sagen kann: Simon war der erste Spieler, der eine Coinflip-Karte spielte, in diesem Fall waren es mit Hypnotoxic Laser und Pokémon Catcher gleich zwei. Ich realisierte, wie ausgeglichen und fair die vorangegangenen Runden dementsprechend verlaufen waren. Von Bad Draw abgesehen zählten bis hier einzig und allein spielerisches Können und natürlich das Matchup.

6. Runde gegen Yang S (FR) (Lugia-EX/Snorlax) - 2-0-4
Eines der einfacheren Matches an diesem Tag. Das „Yeti“-Matchup ist wie gesagt ziemlich gut. Latias-EX kann nur von Thundurus-EX angegriffen werden und Suicune nur von Snorlax. Auch das Mewtwo-EX, welches im zweiten Spiel zum Einsatz kam, konnte meinen Sieg nicht verhindern.

7. Runde gegen Thomas H (NL) (Blastoise/Keldeo-EX/Black Kyurem-EX) - 3-0-4
Blastoise ist wie Rayboar ein ordentliches Matchup für Palkia-EX, wenn man sich auf Frozen City verlassen kann. Mein Gegner spielte eine recht ungewöhnliche Version von Blastoise mit Musharna und Pokémon Center statt Tropical Beach. Im ersten Spiel überrannte ich ihn mit T2 Genesect-EX – normalerweise greife ich damit überhaupt nicht an. Das zweite Spiel war nicht sehr viel spannender. Zwei Siege fehlten mir noch bis zu den Tops!

8. Runde gegen Lia v.B. (NL) (Flygon/Dusknoir/Darkrai-EX) - 3-1-4
Nochmal Flygon – diese zwei Spiele liefen jedoch überhaupt nicht gut für mich. Lugia-EX war im ersten Spiel nicht präsent, sodass ich viel zu lange brauchte, um Druck aufzubauen. Ähnlich war es im zweiten Spiel, wo mir für ein frühes Lugia-EX eine Energie aus einer Juniper fehlte. Ich war nach sieben Runden zudem bereits einigermaßen müde und machte unter Zeitdruck einige Fehler. Die erste Niederlage des Tages ließ sich nicht mehr verhindern.

9. Runde gegen Marjorie D (NL) (Virizion-EX/Mewtwo-EX/Genesect-EX) - 3-2-4
In diesem Match bekam ich alle Flips ab, von denen ich bisher veschont blieb. Von fünf Pokémon Catchern gelangen vier – zweimal schlief ich nach einem Hypnotoxic Laser weiter. Mit Scramble Switch statt G Booster ist dieses Matchup theoretisch ein 99-1, wenn nicht sogar Autowin für mich. Doch am Ende entschied tatsächlich dieser Scramble Switch das Spiel. Ich musste mich entscheiden, ob ich absolut sicher spiele und mit Suicune blocke, oder ob ich mit Thundurus-EX angreife, um mir mit einer zusätzlichen Energie einen Vorteil zu erarbeiten. Meine Gegnerin hielt eine Handkarte. Aktiv war Virizion mit zwei Energien, auf der Bank war ein Mewtwo-EX mit fünf Energien. Das Risiko schien mir gering zu sein, also griff ich mit Thundurus-EX an. Meine Gegnerin zog ihre Karte, schaute sie mindestens 10 Sekunden lang an und spielte dann Scramble Switch. Die letzte Handkarte war eine Pflanzen-Energie, sodass es genau für 180 Schaden reichte. Ich war extrem frustriert, weil mich vor allem die Catcher-Flips das Spiel gekostet hatten.

Mit 3-2-4 verpasste ich natürlich die Top 32 und auch die Top 64, die noch Championship Points bekommen hätten. Abgesehen von der letzten Runde haben mir die Spiele beim ECC aber sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte nette und faire Gegner, die alle auf einem guten Niveau gespielt haben. Aus der Vielfalt der Decks hatte ich nicht gegen alle gespielt – beispielsweise musste ich nicht ein einziges Mal gegen Darkrai-EX/Garbodor antreten. Auch gegen Empoleon durfte ich nicht spielen. Dafür traf ich recht häufig auf Plasma, wie ich es auch erwartet hatte.

Zwei deutsche Spieler setzten sich in Arnhem die ECC-Krone auf: Lukas gewann bei den Seniors und Marc vollendete einen beeindruckenden Lauf mit seinem Genesect-EX / Virizion-EX / Shaymin-EX Deck. Er war bereits nach den Vorrunden am ersten Tag auf Platz 1 gewesen.

An diesem Wochenende geht es in Berlin mit den Regionals weiter – bleibt dran und verfolgt unsere Coverage hier und auf unserer Facebook-Seite Card Leaders‘ Pichu!